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DEUTSCHORDENSMUSEUM MIT EINER GLANZVOLLEN GESCHICHTE

Residenzschloss Mergentheim

Residenzschloss Mergentheim, Mörike-Kabinett; Foto: Deutschordensmuseum, Foto Besserer, Lauda-Königshofen
Ein Lyriker in Mergentheim

Das Mörike-Kabinett

Die rund 100 Exponate im Mörike-Kabinett erinnern an die Jahre des Dichters in Mergentheim. Sein Haushaltungsbuch und seine Briefe geben Einblicke in das mitunter schwierige Zusammenleben mit seiner Schwester Klara und seiner zukünftigen Frau Margarethe Speeth.

Residenzschloss Mergentheim, Haushaltungsbuch; Foto: Deutschordensmuseum, Elfriede Rein

Das Haushaltungsbuch mit Zeichnungen Mörikes ist das Herzstück der Sammlung.

Der Beginn der Sammlung

Anlässlich der Feierlichkeiten zum 100. Geburtstag des Dichters schenkte Mörikes Tochter Fanny Hildebrand der Stadt Mergentheim dessen Haushaltungsbuch. Mit dieser Schenkung – das Buch ist bis heute das berühmteste Stück der Sammlung – stieß Fanny das Sammeln weiterer Mörike-Objekte an. Bereits 1932 konnte sich der Pfleger des Museums, Karl Fleck, in Mergentheimer Heimatblättern mit einer Mörike-Abteilung an die zahlreichen Mörike-Verehrer wenden: „Sie können kommen – der Tisch ist reich gedeckt!“

Residenzschloss Mergentheim, Ausschnitt des Porträts von Eduard Mörike, Edwin Beyer, 1930er-Jahre; Foto: Deutschordensmuseum, Elfriede Rein

Eduard Mörike in jüngeren Jahren.

Eine Gedenkstätte für Mörike

Zum 200. Geburtstag des Dichters im Jahr 2004 eröffnete das Mörike-Kabinett. Die bisher einzeln ausgestellten Stücke, die im Laufe des letzten Jahrhunderts gesammelt worden waren, sowie weitere Exponate und Leihgaben werden seitdem in diesem Kabinett zusammen präsentiert. Über 100 Exponate sind hier ausgestellt, die nicht nur den Dichter Mörike, sondern auch den Briefschreiber, den geselligen Menschen und seine Beziehungen zu Familie und Freunden zeigen.

Residenzschloss Mergentheim, Detail Haushaltungsbuch Mörike; Foto: Deutschordensmuseum, Elfriede Rein

Mörike mit Schwester Klara und Margarethe im J. Meyder’schen Gartenlokal am 15. März 1846: „Die erste Nachtigall im Hofgarten von Eduard gehört.“

Die Mergentheimer Jahre

Schwerpunkt der Ausstellung sind Mörikes Mergentheimer Jahre von 1844 bis 1851. Federzeichnungen und Lithografien von Mergentheim geben Einblicke in die aufblühende Kurstadt, in der Mörike zusammen mit seiner Schwester Clara in einem Haus am Marktplatz wohnte. Es entstanden zahlreiche Gedichte und Fragmente, inspiriert auch von seiner Beziehung zu Margarethe Speeth. Das Hauptwerk in diesen Jahren ist die „Idylle vom Bodensee“. Neben dem Schreiben sammelte Mörike Versteinerungen und ging wiederholt zur Kur, da er über Schwäche, Schwindel und Muskelschwäche klagte.

 

Residenzschloss Mergentheim, Mörike-Kabinett; Foto: Deutschordensmuseum, Foto Besserer, Lauda-Königshofen

Inszenierung im Mörike-Kabinett.

Heimliche Verlobung

In Mergentheim lernte Mörike seine zukünftige Frau Margarethe Speeth kennen. Briefe und Gedichte geben Einblicke in die komplizierte Dreiecksbeziehung, die entstand, als Margarethe nach dem Tod ihres Vaters zu den Geschwistern Mörike zog. Während die beiden Frauen eine enge Freundschaft verband und Schwester Klara von einer platonischen Freundschaft zu dritt ausging, kamen sich Mörike und Margarethe Speeth näher und verschwiegen Klara lange ihre Verlobung.