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DEUTSCHORDENSMUSEUM MIT EINER GLANZVOLLEN GESCHICHTE
Residenzschloss Mergentheim
Residenzschloss Mergentheim, Schlosspark mit Solitärbäumen am See

Lustwandeln im GrünenDer Schlosspark

Bereits um 1600 war im Osten und Süden des Schlosses ein Hofgarten angelegt worden. Im 18. Jahrhundert wurde der Südteil als französischer Barockgarten mit Orangerie und Sala Terrena gestaltet. Ab 1791 entstand der englische Landschaftsgarten mit zwei Lusthäuschen. Jenseits der Tauber schließt sich heute der Kurpark an.

Residenzschloss Mergentheim, Putto „Frühling“ aus dem ehemaligen Barockgarten

Figur aus dem Barockgarten: ein Putto als Frühling.

Barockgarten mit Gartensaal

Südlich des Residenzschlosses ließ Hochmeister Clemens August von Bayern von 1739 bis 1745 einen französischen Barockgarten gestalten. Außerdem beauftragte der Hochmeister den Architekten François de Cuvilliés mit dem Entwurf einer Sala Terrena, einem Gartensaal. Ordensbaudirektor Franz Joseph Roth setzte die Pläne für das freistehende Gartenfesthaus, umgeben von einer Terrasse mit Steinbalustern, um. Hier fanden Tanz- und Theateraufführungen, Konzerte und Abendgesellschaften statt. Doch schon 1823 musste die Sala Terrena wegen Baufälligkeit abgebrochen werden.

Residenzschloss Mergentheim, Schlosspark mit See

Der Park bezaubert mit Wasserläufen und einem See.

Umgestaltung im englischen Stil

1791 entschloss sich Hochmeister Maximilian Franz von Österreich zu einer Umgestaltung des Schlossparks im englischen Stil. Bis 1804/05 entstand eine Gartenanlage mit Brücken, künstlichen Wasserläufen, einem See und dem als Insel darin liegenden „Schneckenbuckel“. Im Gegensatz zu den Barockgärten sollte sich hier die natürliche Landschaft entfalten: Wiesenflächen mit Baumgruppen und einzelnen großen Bäumen bilden weite Gartenräume und eröffnen interessante Sichtachsen. Die Platanenallee im Äußeren Schlosshof, ebenfalls um 1800 angelegt, führt noch heute durch den Torbau im Osten in den Schlosspark.

Aussergewöhnliche Lusthäuschen

Die beiden Lusthäuschen wurden 1802 in den englischen Landschaftsgarten eingefügt: Das orientalisch anmutende „Halbmondhäuschen“ inmitten eines Obstgartens und das „Schellenhäuschen“ in chinesischer Manier haben sich bis heute erhalten. Das Schellenhäuschen an der westlichen Schlossmauer beeindruckt mit einem hohen Schellenbaum und den Glöckchen unter dem Dach. Neben antiken Tempeln, künstlichen Ruinen und Grotten sind chinesische Pagoden typisch für Gartenarchitekturen in englischen Landschaftsgärten.

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Die beiden Lusthäuser im Schlosspark: das Schellenhäuschen links und das Halbmondhäuschen rechts.

Residenzschloss Mergentheim, Historische Ansicht des Entendorfes im Schlosspark, 1820

Historische Ansicht des Entendorfes von 1820.

Das Entendorf

Einst war für Maler und Fotografen das Entendorf des Mergentheimer Schlossgartens eine besondere Attraktion. Im Jahr 1797 ging an die Hofkammer des Deutschen Ordens der Auftrag zur Erbauung eines „Entendorfes“ auf der Insel des westlichen Gartensees. Dieses erhielt die Form einer Stadt, die von einer steinmäßigen Mauer irregulär umfasst war.

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Eine Brücke am See im Schlosspark – ein typisches Gestaltungselement des Landschaftsgartens im englischen Stil.