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DEUTSCHORDENSMUSEUM MIT EINER GLANZVOLLEN GESCHICHTE

Residenzschloss Mergentheim

Residenzschloss Mergentheim, Wappen des Deutschen Ordens, Wappenkartusche in der Schlosskirche
ZWISCHEN KAMPF UND KRANKENVERSORGUNG

DER DEUTSCHE ORDEN

Der Deutsche Orden existiert ununterbrochen seit 1190. Seine Geschichte ist äußerst vielfältig – zeitweise herrschten die geistlichen Ritter sogar über ein großes Gebiet in Osteuropa. Die Levante, das Baltikum und Deutschland bildeten wichtige Stationen in der Geschichte des Deutschen Ordens.

Belagerung der Stadt Akkon (1189 bis 1191), Miniatur aus dem 14. Jahrhundert

Der Deutsche Orden wurde während der Belagerung der Hafenstadt Akkon gegründet.

GEISTLICHER RITTERORDEN

Der Deutsche Orden wurde um 1190 während des Dritten Kreuzzugs im „Heiligen Land“ gegründet. Sein Ziel bestand darin, Kranken, Verwundeten und Bedürftigen zu helfen. 1198 erfolgte die Erhebung zu einem geistlichen Ritterorden – neben die karitativen Aufgaben traten nun auch militärische. Die Mitglieder verpflichteten sich auf die für Orden typischen Gelübde der Armut, der Keuschheit und des Gehorsams. Mit dem Ende der Kreuzfahrerstaaten in der Levante 1291 endete die Geschichte des Deutschen Ordens im „Heiligen Land“; fortan war der Orden ausschließlich in Europa tätig.

Schlacht bei Tannenberg 1410, Spiezer Chronik, um 1513

Die Schlacht bei Tannenberg – eine schwere Niederlage des Deutschen Ordens.

DER DEUTSCHORDENSSTAAT IM BALTIKUM

Gegen Ende des 12. Jahrhunderts breitete sich der Deutsche Orden in Europa aus. Die Besitztümer waren jedoch unzusammenhängend – der Orden versuchte, ein geschlossenes Herrschaftsgebiet aufzubauen. Dies gelang schließlich Ende des 13. Jahrhunderts im heutigen Baltikum. Mit Unterstützung europäischer Adliger unterwarf der Deutsche Orden militärisch die heidnischen Prußen. In den folgenden Jahrzehnten kam es mit dem aufsteigenden Großfürstentum Litauen immer wieder zu Konflikten. Die Schlacht bei Tannenberg 1410 läutete den langsamen Niedergang des Deutschen Ordens im Baltikum ein.

Residenzschloss Mergentheim

Die Wappenscheibe des Johann Caspar „Von Gottes gnaden Administrator“.

DER DEUTSCHE ORDEN IN MERGENTHEIM

Nach 1525 konzentrierte sich der Deutsche Orden auf seine Besitzungen im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation. Mergentheim wurde die Residenz des Hochmeisters sowie Sitz der zentralen Behörden des Ordens. Zunehmend wurde der Orden zum „Spital des deutschen Adels“ – nachgeborene Söhne erhielten gut bezahlte Planstellen innerhalb des Ordens. Die Ideale von „Heidenkampf“, Armut und Nächstenliebe rückten in den Hintergrund. Die Zentrale in Mergentheim bestand, bis Napoleon diese 1809 auflöste.

Residenzschloss Mergentheim, Investitur Konrad Adenauers

Konrad Adenauer wurde 1958 als Ehrenritter in den Deutschen Orden aufgenommen.

DER ORDEN ÜBERDAUERT

Im Zuge der Säkularisation zu Beginn des 19. Jahrhunderts verlor der Orden den Großteil seiner Gebiete. Der Deutsche Orden wurde offiziell ein Teil Österreichs. Damit war eine Rückbesinnung auf die Gründungsideale verbunden: Die karitativen Tätigkeiten traten wieder in den Vordergrund. Auch heute noch ist der Orden aktiv – die rund 1.000 Mitglieder sind in der Alten- und Behindertenhilfe tätig, die Priester sind als Pfarrer aktiv, der Orden unterhält Gasthäuser in Wien, Rom und Gumpoldskirchen.

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