Freitag, 21. Oktober 2022

Residenzschloss Mergentheim | Sonstige Veranstaltungen Schloss und Stadt des Deutschen Ordens – Tagung im Residenzschloss Mergentheim

Das Residenzschloss Mergentheim lädt ein zur wissenschaftlichen Tagung. Am Freitag, 14. Oktober, und Samstag, 15. Oktober, steht die „Residenz Mergentheim – Schloss und Stadt des Deutschen Ordens“ im Fokus. Renommierte Forscherinnen und Forscher stellen ihre Ergebnisse vor – und die interessierte Öffentlichkeit ist eingeladen, an der Tagung teilzunehmen. Die Teilnahme ist kostenlos. Eine Anmeldung per E-Mail an leonmatt@uni-mainz.de ist noch bis zum 9. Oktober möglich.

SCHLOSS UND STADT DES DEUTSCHEN ORDENS

Für Jahrhunderte bestimmte der Deutsche Orden die Geschicke von Mergentheim. Hier hatte er seine Residenz. Hochschloss, Äußeres Schloss, Schlosskirche, Park und Stadt zeugen vom Einfluss und der Bedeutung des Ordens. Trotzdem fehlte bislang eine umfassende Untersuchung und Gesamtdarstellung. Vor diesem Hintergrund luden die Staatlichen Schlösser und Gärten Baden-Württemberg gemeinsam mit dem Rudolstädter Arbeitskreis zur Residenzkultur e.V. zur wissenschaftlichen Tagung am 14. und 15. Oktober ins Residenzschloss ein. Rund 100 Interessierte waren der Einladung gefolgt. Unter dem Titel „Residenz Mergentheim – Schloss und Stadt des Deutschen Ordens“ nahm die Tagung in fünf Sektionen aktuelle bauhistorische Untersuchungen des Schlosses in den Blick und beleuchtete wichtige Stationen seiner Geschichte. 14 namhafte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler präsentierten ihre Ergebnisse aus Architektur, Geschichte, Kunstgeschichte und weiteren Forschungsdisziplinen in Vorträgen mit anschließender Diskussion.

 

TAGUNG AUCH IN KRISENZEITEN

Mit Blick auf die weltweiten Krisen hob der Vorsitzende des Rudolstädter Arbeitskreises, Professor Dr. Matthias Müller von der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, in seiner Begrüßungsrede die Bedeutung der Erforschung und des Schutzes von Kulturgut gerade in Kriegs- und Krisenzeiten hervor. Aufgabe der Wissenschaft sei es, das kulturelle Erbe nicht nur zu erforschen, sondern gemeinsam mit Institutionen wie den Staatlichen Schlösser und Gärten zu bewahren und ihre historische Bedeutung zu vermitteln. Wie Michael Hörrmann, der Geschäftsführer der Staatlichen Schlösser und Gärten, resümierte, habe die Tagung einen wichtigen Anstoß zur weiteren Erforschung der baden-württembergischen Schlösserlandschaft geliefert. „Zudem können die bei der Tagung vorgestellten neuen Forschungsergebnisse in die Weiterentwicklung des Schlosses einfließen“, ergänzt Maike Trentin-Meyer, Konservatorin bei den Staatlichen Schlössern und Gärten.

 

MERGENTHEIM IM FOKUS DER FORSCHUNG

Die Tagung rückte Mergentheim als Sitz des Deutschen Ordens in den Fokus der überregionalen Forschung. Sie gab aufschlussreiche Einblicke in die Geschichte des Residenzschlosses, aber auch der Stadt und der Region. So gingen durch den Residenzstatus des Schlosses Impulse für die Stadtentwicklung und -verwaltung aus. Was das Verhältnis von Hof und Bürgerschaft betrifft, stellten zwei Referenten eine große Abhängigkeit zwischen beiden Parteien fest, was für jede Residenzstadt eine große Herausforderung dargestellt habe. Eine überzeugende These stellte Professor Dr. Hermann Hipp aus Hamburg auf: Die sogenannte Reitertreppe im Schlosshof ist von Blasius Berwart – genauso wie die nach ihm benannte berühmte „Berwarttreppe“ im Residenzschloss. Bisher konnte die „Reitertreppe“ keinem Baumeister zugeordnet werden. Blasius Berwart baute ab 1571 die mittelalterliche Burg zur repräsentativen Schlossanlage des Deutschen Ordens aus.

 

DER URSPRUNG DES SCHLOSSES

Mindestens genauso zentral ist die These von Wolfgang Hartmann: Das Mergentheimer Schloss geht auf die bisher erfolglos gesuchte Neuenburg des letzten Grafen von ComburgRothenburg zurück, der mit einer Gräfin von Mergentheim verheiratet war. Bisher nahm man an, dass der Sitz des Deutschen Ordens aus einer Schenkung der Herren von Hohenlohe entstand. Auch die Ergebnisse von Dr. Wolfgang Wiese aus Karlsruhe zur ehemaligen Einrichtung des Schlosses waren ergiebig, insbesondere was die ehemalige Gemäldesammlung des Fürsten Colloredo angeht, die um 1800 in der Neuen Fürstenwohnung des Schlosses gezeigt wurde. Darüber hinaus konnten sich die Teilnehmenden ein Bild von den aktuellen Projekten zur Erforschung und Umgestaltung des Schlosses und Schlossparks machen. Den feierlichen Höhepunkt der Tagung bildete der Abendvortrag von Professor Dr. phil. Dr. h. c. mult. Udo Arnold aus Bonn. Der ausgewiesene Experte der Deutschordensforschung – selbst Ehrenritter des Deutschen Ordens – gab einen umfassenden Einblick in Blüte und Zerfall des Deutschen Ordens. Zum Abschluss führte der Stadt- und Museumsführer Dr. Christoph Bittel interessierte Tagungsgäste durch Schloss und Stadt.

 

SERVICE UND INFORMATION

Residenzschloss Mergentheim

ÖFFNUNGSZEITEN

1. April bis 31. Oktober

Mi – So, Feiertag 10.30 – 17.00 Uhr

 

1. November bis 31. März

Mi – Sa 14.00 – 17.00 Uhr

So, Feiertag 10.30 – 17.00 Uhr

24., 25. und 31. Dezember geschlossen.

 

PREISE

Schloss

Erwachsene 7,00 €

Ermäßigte 3,50 €

Familien 17,50 €

 

Schloss mit Führung

Erwachsene 10,00 €

Ermäßigte 5,00 €

Familien 25,00 €

 

Schloss mit Sonderführungen

Erwachsene 12,00 €

Ermäßigte 6,00 €

Familien 30,00 €

 

HINWEIS

Es besteht keine Maskenpflicht mehr. Wir empfehlen Ihnen, weiterhin eine Maske zu tragen. Die Maske ist ein effizientes Mittel, um sich und andere vor Infektionen zu schützen.

 

KONTAKT

Residenzschloss Mergentheim

Schloss 16

97980 Bad Mergentheim

Telefon +49(0)79 31.12 30 60

info@schloss-mergentheim

www.schloss-mergentheim.de

www.schloesser-und-gaerten.d

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