Bypass Repeated Content

DEUTSCHORDENSMUSEUM MIT EINER GLANZVOLLEN GESCHICHTE

Residenzschloss Mergentheim

Residenzschloss Mergentheim, Carl Joseph von Adelsheim, um 1850; Foto: Deutschordensmuseum, Elfriede Rein
Soldat und Sammler

Carl Joseph von Adelsheim

Freiherr Carl Joseph von Adelsheim (1790–1864) schied aufgrund schwerer Verletzungen frühzeitig aus dem Militärdienst aus. Zusammen mit seiner Frau ließ er sich in Mergentheim nieder und widmete sich dem Sammeln von Kunstwerken und Altertümern. Nach seinem Tod vermachte er die Sammlung der Stadt Mergentheim.

Residenzschloss Mergentheim, Außenansicht; Foto: Landesmedienzentrum Baden-Württemberg, Sven Grenzmann

Von Adelsheim zog nach seiner Pensionierung nach Mergentheim.

Warum kam von Adelsheim nach Mergentheim?

Carl Joseph wuchs als Sohn eines Hauptmanns in Königshofen im Fürstbistum Würzburg auf. Im Alter von 15 Jahren begann seine militärische Karriere. Nach einigen Jahren im Einsatz erlitt er bei einem Feldzug gegen Österreich lebensgefährliche Verletzungen und entrann nur knapp dem Tod. Die in seinem Körper stecken gebliebene Kugel musste Adelsheim ein Leben lang mit sich herumtragen. Nach seiner frühen Pensionierung zog er im Jahr 1823 schließlich mit seiner Frau Caroline von Thüna nach Mergentheim in die Nähe der Besitzungen seiner Familie.

Residenzschloss Mergentheim, Hausaltärchen; Foto: Deutschordensmuseum, Foto Besserer, Lauda-Königshofen

Das Hausaltärchen ist ein Höhepunkt der Altertumssammlung.

Wie entstand die Sammlung des Freiherrn?

Als Carl Joseph von Adelsheim mit seiner Frau ein großes Landhaus bezog, richtete er eine Bildergalerie, eine Bibliothek und eine Altertumssammlung ein. Für seine Sammlung trug er Trinkgläser, Tür- und Truhenschlösser, Holzskulpturen, Münzen und Exotisches wie altägyptische Grabbeigaben sowie ostasiatisches Porzellan zusammen. Nach seinem Tod vermachte der Freiherr die Sammlung der Stadt Mergentheim und legte damit den Grundstein für das heutige Deutschordensmuseum.

Was gehörte noch zu seinem Zeitvertreib?

Freiherr von Adelsheim beschäftigte sich gerne mit Malen und Zeichnen. 34 Karikaturen, die heute im Deutschordensmuseum ausgestellt sind, zeigen sowohl Bildnisse von Menschen verschiedener Schichten wie Geistliche, Adlige, einen Diener und einen Stallburschen, als auch Porträts von seiner Frau und sich selbst. Zudem veröffentlichte er im lokalen Wochenblatt Wort- und Buchstabenrätsel. Aufgrund deren Beliebtheit brachte er seine Rätsel zudem in zwei Buchbändchen „Charaden, Räthsel und dergleichen“ heraus.

Eduard Mörike; Foto: Wikimedia Commons, gemeinfrei

Mörike unterstützte von Adelsheim bei Korrekturen seiner Rätselbände.

Mit welchen Berühmtheiten stand von Adelsheim im Austausch?

Bevor der Freiherr selbst zum Sammler wurde, verwaltete er für Herzog Paul Wilhelm von Württemberg dessen ethnografische Sammlungen und bezog zu dieser Zeit eine Wohnung im Schloss. Im Zusammenhang mit seinen Publikationen trat von Adelsheim später außerdem in Kontakt mit dem Lyriker Eduard Mörike, der sich mehrere Jahre in Mergentheim aufhielt. Der Dichter half ihm bei den Korrekturen seiner Rätselbände. Zu einer Freundschaft kam es zwischen dem geselligen Freiherrn und dem sensiblen Mörike aber nicht.