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DEUTSCHORDENSMUSEUM MIT EINER GLANZVOLLEN GESCHICHTE

Residenzschloss Mergentheim

Residenzschloss Mergentheim, Franz Ludwig von Pfalz-Neuburg; Foto: Wikimedia Commons, gemeinfrei
Pragmatischer Hochmeister

Franz Ludwig von Pfalz-Neuburg

Franz Ludwig von Pfalz-Neuburg (1664–1732) hatte mehrere hohe kirchliche Ämter inne, unter anderem war er Fürstbischof von Breslau. Als Hochmeister und Oberhaupt des Deutschen Ordens reorganisierte er die Verwaltung des Ordens und ließ eine neue Schlosskirche in Mergentheim bauen.

Residenzschloss Mergentheim, Bischofswappen von Franz Ludwig von Pfalz-Neuburg; Foto: Wikimedia Commons, gemeinfrei

Das Bischofswappen von Franz Ludwig.

Wann wurde Franz Ludwig Hochmeister?

Franz Ludwig wurde als neuntes von siebzehn Kindern des Kurfürsten Philipp Wilhelm von der Pfalz und Elisabeth Amalie Magdalena von Hessen-Darmstadt geboren. Seine Eltern betrieben eine aktive Kirchenpolitik: Sechs ihrer Söhne nahmen insgesamt 21 Bischofsämter und mehr als 40 weitere Ämter in Klöstern und Stiften ein. Franz Ludwig war Fürstbischof und Oberster Landeshauptmann von Breslau, außerdem Kurfürst und Erzbischof von Trier und Mainz. Viele dieser Ämter erhielt er in Nachfolge seines früh verstorbenen Bruders Ludwig Anton – so auch das des Deutschen Hochmeisters, zu dem ihn das Generalkapitel im Jahr 1694 wählte.

Residenzschloss Mergentheim, Siegel des Hochmeisters des Deutschen Ordens; Foto: Wikimedia Commons, gemeinfrei

Ein Siegel des Hochmeisters des Deutschen Ordens.

Welche Funktion hatte ein Hochmeister?

Der Hochmeister bekleidete das höchste Amt im Deutschen Orden. Diese Position wurde vor allem durch den Amtsinhaber geprägt – die tatsächlichen Befugnisse waren in der Vergangenheit kaum festgelegt. Oft war das Amt des Hochmeisters für jemanden wie Franz Ludwig nur eines unter mehreren. Viele Hochmeister weilten kaum in der Residenz des Ordens, obwohl hier die Hauptverwaltung untergebracht war. Die Residenz des Hochmeisters wechselte von Akkon nach Venedig und auf die Marienburg in Preußen, dann nach Königsberg und schließlich nach Mergentheim.

Residenzschloss Mergentheim, Detail Deckenfresko Schlosskirche; Foto: Deutschordensmuseum, Holger Schmitt

Ausschnitt aus dem Deckenfresko in der Schlosskirche.

Wie gestaltete Franz Ludwig sein Amt?

Obwohl Franz Ludwig von Pfalz-Neuburg fünf geistliche Würden gleichzeitig besaß, erlangte er keine höheren Weihen. Ebenso legte er nie das feierliche Gelübde der Armut, Ehelosigkeit und des Gehorsams seines Ordens ab. Dennoch gehört Franz Ludwig zu den wichtigsten Persönlichkeiten der Reichskirche des frühen 18. Jahrhunderts. Er veranlasste zahlreiche administrative und juristische Reformen: So reorganisierte er beispielsweise die Verwaltung des Deutschen Ordens und vereinheitlichte dessen Finanzwesen. Außerdem war er ein großer Förderer von Kunst.

Residenzschloss Mergentheim, Fassade der Schlosskirche im Innenhof; Foto: Staatsanzeiger für Baden-Württemberg GmbH & Co. KG, Anja Stangl

Die geschwungene Fassade der Schlosskirche.

Was ließ Franz Ludwig in Mergentheim bauen?

Gegen Ende seiner Amtszeit schrieb Franz Ludwig nach Mergentheim, dass er gerne an Hochfesten einen Reliquienschrein auf dem Hochaltar der Schlosskapelle aufstellen wolle. Die Hofkammer teilte ihm daraufhin mit, in welch schlechtem Zustand das Gotteshaus sei. Daraufhin beschloss Franz Ludwig einen größeren Neubau. Er starb jedoch im Jahr 1732 noch vor der Fertigstellung. Sein Nachfolger im Amt des Hochmeisters, Clemens August von Bayern, vollendete das Projekt und weihte die Kirche 1736 feierlich ein.

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