Bäume sammeln mit Leidenschaft Das Arboretum

Im Schloss- und Kurpark am Residenzschloss Mergentheim finden sich rund 100 Baumarten aus der ganzen Welt. Inmitten des englischen Landschaftsgartens und des Tauber-Flusstals fallen die botanischen Exoten besonders ins Auge. Die Bäume aus fernen Ländern bestechen durch ihre Schönheit.

Residenzschloss Mergentheim, Arboretum im Schlossgarten, Geweihbaum

Der Geweihbaum ist einer von über 100 Pflanzenarten im Schlossgarten.

Baumarten aus Europa und Übersee

Der Mergentheimer Schlosspark besteht aus drei Teilen: einem Blumenparterre vor dem Residenzschloss, einem Küchen- und Nutzgarten und einem naturnahen Landschaftsgarten. Hofgärtner Franz Joseph Hüller bestellte dafür zu Beginn des 19. Jahrhunderts amerikanische Gehölze, 400 italienische Pappeln und Bäume aus der Region. Die Allee der großen Pappeln auf einem Damm ist besonders eindrucksvoll: Sie sollte optisch den Garten von den Bauten der Stallungen und Scheunen des Schlosses abgrenzen.

Residenzschloss Mergentheim, Arboretum im Schlossgarten, Amerikanischer Blumenhartriegel

Viele Gehölze stammen aus Nordamerika, darunter der amerikanische Blumenhartriegel.

SAMMELN FÜR DIE WISSENSCHAFT

Im Park von Residenzschloss Mergentheim entstand ein Arboretum, eine Sammlung von Bäumen zu Studienzwecken. Botaniker konnten sie so, konzentriert und versammelt an einem Ort, am besten studieren und miteinander vergleichen. Arboreten dienten aber auch der Repräsentation des fürstlichen Hofs: Die Schönheit der Pflanzen und die geometrische Ordnung der Gärten galt als Abbild des Paradieses. Die Pflanzen, die man aus fernen Ländern importierte, spiegelten die Vielfalt der Schöpfung.

Residenzschloss Mergentheim, Arboretum im Schlossgarten, Ginko

Niederländische Seefahrer brachten den Gingko von Japan nach Europa.

DER ASIATISCHE GINGKO

Auch Baumarten aus Asien bereichern das Mergentheimer Arboretum. Der Gingko, der ursprünglich aus China stammt und über 1.000 Jahre alt werden kann, zählt zu den bekanntesten Stücken der Baumsammlung. Im 11. Jahrhundert kam er als Kulturpflanze und Tempelbaum über Korea nach Japan. Von dort gelangte er, verborgen in den Taschen holländischer Kaufleute, nach Europa. Ein Kapitalverbrechen für den kostbaren Exoten – damals stand die Ausfuhr von Pflanzensamen aus Japan unter Todesstrafe!

Residenzschloss Mergentheim, Arboretum im Schlossgarten, Japanischer Schnurrbaum

Die Blüten des Japanischen Schnurbaums haben eine besondere Anziehungskraft.

DER JAPANISCHE SCHNURBAUM

Ein wenig bekannter Exot des Arboretums ist der Japanische Schnurbaum. Sein Name ist irreführend: Er wächst in den Trockenwäldern Chinas und Koreas. Mitte des 18. Jahrhunderts gelangte er nach Europa – seines Aussehens wegen: Majestätisch und formschön ist seine Wuchsform, opulent seine Blüte. Der blühende Baum ist ein insektenfreundliches Gehölz: Im Juli und August tummeln sich hier Bienen, Hummeln und anderen Insekten auf der Suche nach Nektar. Man nennt ihn daher auch „Honigbaum“.

Residenzschloss Mergentheim, Arboretum im Schlossgarten

Die rosafarbene Blüte des Judasbaums ist ein beliebtes Fotomotiv.

RUNDWEG ENTLANG DER BAUMARTEN

Die exotischen Baumarten aus Amerika, Afrika und Asien im Schloss- und Kurpark Mergentheim lassen sich auf einem Rundgang entdecken. Dieser führt durch die beiden Parkteile links und rechts der Tauber, vorbei an den rund 100 verschiedenen Gehölzarten. Besonders lohnenswert ist der Rundgang im Frühjahr, wenn die farbenfrohen, außergewöhnlichen Blüten ihre ganze exotische Pracht zeigen. Ein kostenloser „Baumführer“ ist im Haus des Kurgastes erhältlich.

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