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DEUTSCHORDENSMUSEUM MIT EINER GLANZVOLLEN GESCHICHTE
Residenzschloss Mergentheim
Residenzschloss Mergentheim, Kapitelsaal

Versammlungsort des OrdensDer Kapitelsaal

Der Kapitelsaal, herrschaftlicher Audienzsaal und Versammlungsraum, gehört zu den Repräsentationsräumen des Residenzschlosses. Sein Aussehen geht auf die Modernisierung Ende des 18. Jahrhunderts zurück. In diesem Saal traf sich das Generalkapitel, das höchste beschlussfassende Organ des Deutschen Ordens.

Residenzschloss Mergentheim, Ordenskreuz

Reich verziertes Ordenskreuz.

Mehrere Künstler beteiligt

Die letzte große Baumaßnahme im Schloss vor der Säkularisation betraf den Kapitelsaal: Hochmeister Maximilian Franz von Österreich beauftragte 1776 Franz Anton Bagnato, Ordensbaumeister der Ballei Elsass-Burgund, mit dem Einbau des Kapitelsaals im Südwestflügel. An der Ausstattung waren mehrere Künstler beteiligt: der Stuckateur Augustin Bossi, der Bildhauer Johann Georg Auwera aus Aub und ab 1784 der Wiener Deckenmaler Probst. Äußerlich wurde der Westtrakt durch ein einheitliches umlaufendes Abschlussgesims modernisiert, der Renaissancegiebel auf der Südseite abgerissen.

Residenzschloss Mergentheim, Deckenbemalung im Kapitelsaal

Die reich ausgestaltete Kassettendecke.

Kriegerische Symbolik

Um den Machtanspruch des schon geschwächten Ordens zu betonen, wählte der Hochmeister eine kriegerisch anmutende Ausgestaltung. Pauken und Trompeten stehen für die Verkündigung der Macht des Ordens. Erbeutete Waffen, Lanzen, Keulen und Pfeilköcher sollen vom Kampf und Sieg über die Ungläubigen zeugen. Mit Symbolen für die vier Kontinente – ein Elefant für Asien, ein Kamel für Afrika, ein Krokodil für Amerika und das Medusenhaupt für Europa – schuf Stuckateur Augustin Bossi eine Allegorie für die Weltherrschaft.

Versammlungsraum des Ordens

Die Funktion des Kapitelsaals als Tagungsraum des Generalkapitels wird in der nachgestellten Sitzordnung von 1791 anschaulich gemacht. Am großen Tisch mit 24 Stühlen tagten der Hochmeister und die Landkomture der Balleien, deren Plätze deutlich bezeichnet sind. Sogar die reformierte Ballei Utrecht hatte noch ihren offiziellen, wenngleich nicht wahrgenommen Sitz im Ordensverbund. Hier tagten die letzten Generalkapitel der Mergentheimer Epoche, bis Napoleon 1809 die Existenz des Ordens in den Rheinbundstaaten beendete.

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Beleuchtung für einen festlichen Rahmen.