Wiederholenden Inhalt überspringen
DEUTSCHORDENSMUSEUM MIT EINER GLANZVOLLEN GESCHICHTE
Residenzschloss Mergentheim
Residenzschloss Mergentheim, Schlosskirche

Barocke KirchenbaukunstDie Schlosskirche

Hochmeister Franz Ludwig von Pfalz-Neuburg entschloss sich 1730 zu einem repräsentativen Neubau der Schlosskirche im barocken Stil. Die hochwertige Ausstattung des Innenraums steht für die Bedeutung des Deutschen Ordens in dieser Zeit. Unter der Schlosskirche befindet sich die Gruft der Hochmeister.

Residenzschloss Mergentheim, Schlosskirche

Die Schlosskirche von außen.

Barocke Schlosskirche erwünscht

Vorgängerbau der heutigen Schlosskirche war eine Kirche, die in die mittelalterliche Wasserburg eingegliedert war. Doch genügte diese Kirche den repräsentativen Anforderungen der Barockzeit nicht mehr. Hochmeister Franz Ludwig von Pfalz Neuburg entschloss sich 1730 zum Neubau und erteilte dem Mergentheimer Baumeister und Stuckateur Franz Joseph Roth den Auftrag. Der Würzburger Architekt Balthasar Neumann und der kurbayrische Hofarchitekt François de Cuvilliés aus München berieten ihn bei der Bauplanung.

Der Innenraum der Schlosskirche

Unter der Bauleitung Roths entstand ein hoher einschiffiger Kirchenraum mit einem durchfensterten Chor im Osten. Im Westen schließt der Raum mit einer doppelten Empore ab. Die Fürstenloge liegt im zweiten Geschoss und ermöglicht einen direkten Zugang vom Residenzschloss. 1732 übernahm Clemens August von Bayern das Amt des Hochmeisters des Deutschen Ordens. Er beauftragte den Münchner Hofmaler Johann Nikolaus Stuber mit der Ausmalung der Schlosskirche. Von ihm stammt das beeindruckende Deckenfresko „Verherrlichung des Kreuzes im Himmel und auf Erden“.

65_mergentheim-rsl_detail_DSC_4050_foto-deutschordensmuseum-holger-schmitt_1800.jpg

Deckenfresko von Johann Nikolaus Stuber.

Residenzschloss Mergentheim, Detail des Deckenfreskos in der Schlosskirche

Detail aus dem Deckenfresko.

Weihe und Nutzung

Sechs Jahre nach Baubeginn wurde die neue Schlosskirche fertiggestellt. Anlässlich eines Gerneralkapitels des Deutschen Ordens am 30. September 1736 im Residenzschloss wurde die Kirche den drei Ordenspatronen, der Gottesmutter Maria, der Heiligen Elisabeth und dem Heiligen Georg geweiht. Im Rahmen der Säkularisation wurde die Schlosskirche 1817 durch Beschluss des württembergischen Königs der evangelischen Gemeinde überlassen.

Residenzschloss Mergentheim, Gruft in der Schlosskirche

Die Gruft: Grabstätte der Hochmeister des Deutschen Ordens.

Letzte Ruhestätte

Unter der Schlosskirche befindet sich die Gruft, die Begräbnisstätte der Hochmeister und hochrangiger Mitglieder des Deutschen Ordens. Sie entstand im 18. Jahrhundert als Teil des barocken Kirchenneubaus und bekam eine barocke Stuckausstattung von Franz Josph Roth. Damals wurden die Grabmale aus der Gruft der mittelalterlichen Kirche hierher verlegt. Wohl um 1809, als Mergentheim württembergisch wurde, wurde die Gruft geschändet und Gräber zerstört. Im 20. Jahrhundert kam eine Gedenktafel hinzu, die daran erinnert, dass einst noch viel mehr Hochmeister und Ordensangehörige in der Gruft bestattet waren.